Mittwoch, 21. Februar 2018

Notruf: 112

Wissenswertes

Alarmierung der Feuerwehr

Vielleicht haben sich manche schonmal gefragt:

Was geschieht vom Eintritt des Schadensereignises bis zum Eintreffen der Feuerwehr?

Wenn beispielsweise ein Brand ausbricht, dann muss das natürlich erst einmal bemerkt werden. Richtigerweise wählt man dann den Notruf 112, der aus den Landkreisen Passau, Freyung-Grafenau und Rottal-Inn sowie aus der Stadt Passau in der rund um die Uhr besetzten "Integrierten Leitstelle" (ILS) am Fernsehturm in Passau aufläuft. Wichtig ist es, das Schadensbild und den Ort, sowie die Anzahl der Verletzten anzugeben und anschließend auf weitere Fragen des Disponenten zu warten.

Wenn dann der Disponent seine relevanten Daten gesammelt hat, gibt er diese in den Leitstellenrechner ein und wählt ein, dem Meldebild entsprechendes Alarmstichwort aus, für das die benötigten Einsatzmittel (Fahrzeuge, Geräte, Löschwasser usw.) hinterlegt sind. Jeder Fleck des gesamten Zuständigkeitsgebiets der ILS ist einer bestimmten Zone zugeordnet, für welche eine sog. "Bereichsfolge" festgelegt wurde. Diese gibt an, welche Feuerwehren im Umkreis den Schadensort am schnellsten erreichen können.

Der Computer alarmiert nun automatisch über Funk alle vorgesehenen Feuerwehren und die Piepser und Sirenen der entsprechenden Feuerwehren schlagen Alarm und es erfolgt eine kurze Durchsage über das Schadensereignis. In Untergriesbach erfolgt die Alarmierung zu Einsätzen "still", d.h. der Alarm erfolgt nur über Meldeempfänger (Piepser), da jeder Untergriesbacher Feuerwehrmann mit so einem Gerät im Handyformat ausgestattet ist. (Die Sirene ist nur bei größeren Schadensereignissen, Nachalarmierungen und einmal im Monat beim Probealarm zu hören.) Zusätzlich erhalten bei einem Alarm alle Kameraden eine SMS. Außerdem wird durch den Computer automatisch ein Fax mit allen für den Einsatz relevanten Daten ins Feuerwehrhaus geschickt.

piepser
Ein Meldeempfänger (Piepser)

Die Feuerwehrleute, die sich in der Nähe aufhalten, fahren dann von zu Hause aus, vom Arbeitsplatz oder von wo sie sich eben gerade befinden, zum Feuerwehrhaus, ziehen dort ihre Schutzkleidung an und rücken mit den Fahrzeugen zur Schadensstelle aus, um Hilfe zu leisten.

Die ILS begleitet den Einsatz weiterhin, d.h. evtl. Nachforderungen weiterer Kräfte oder anderen Fachstellen (Straßenbauamt, Wasserwirtschaftsamt, Kläranlage, Bauhof, Polizei, etc.) sind kein Problem, die Leitstelle kann (fast) alles besorgen.

Da die ILS nicht nur die Einsätze der Feuerwehren, sondern auch die des Rettungsdienstes koordiniert, ist nur noch eine Notrufnummer wichtig: Die 112 ist immer die richtige Wahl, egal ob man bei einem Brand, bei einem Verkehrsunfall oder bei einem medizinischen Notfall dringend Hilfe braucht.

Bis zur Einführung der integrierten Leitstellen in Bayern, waren Landkreis und Stadt Passau eine der Wenigen, die den "Luxus" einer eigenen Feuerwehrleitstelle hatten. In den anderen Landkreisen wurde die Alarmierung durch die Polizei übernommen. Nachdem die integrierte Leitstelle Passau am 30. Mai 2012 ihren Vollbetrieb aufgenommen hat, geht die Ära der Alarm- und Einsatzzentrale (AEZ) im Landratsamt Passau zu Ende. 23 Jahre lang wurde die Feuerwehr Untergriesbach von dieser Stelle aus zu ihren Einsätzen alarmiert.

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